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Mittwoch, 12. Mai 2010

Biographie


Coco Chanel
Die französische Designerin war wie keine Zweite  für die
Mode ihres Jahrhunderts prägend.  Ihren   internationalen
Durchbruch  feierte  sie 1923   mit  dem  Parfum  "No 5".
Als  Vorlage  des  typischen  Chanel-Stils  dienten  ihr die
Uniformen der Weltkriege. Mit ihrer Linie verhalf sie erst-
mals der  emanzipierten  und  gleichberechtigten  Frau  zu
ihrem modischen Ausdruck.   Coco  Chanel  schaffte  das
Korsett  ab,  erfand  1926  das "Kleine Schwarze",    den
Modeschmuck,   kürzte  die  Röcke  auf eine  skandalöse
Länge  knapp  unterhalb des Knies und entwarf gestrickte
Badeanzüge, die  auf Oberschenkellänge  endeten.Chanel
behauptete sich damit alseine legendäre Persönlichkeit der
Emanzipation,deren Popularität in eines der bedeutendsten
Modelabels der Welt mündete...


Coco  Chanel,  eigentlich  Gabrielle   Chasnel,  wurde  am
19. August 1883  als zweiteTochter eines Straßenhändlers
in Saumur in der Auvergne geboren.

Sie war ein uneheliches Kind. Die  Mutter, die die Ehe vor-
täuschte,  ließ  ihre  Tochter  auf  den  Familiennamen   des
Vaters taufen.Durch einen Schreibfehler imTaufbuch wurde
das "s"  im Namen übersehen und auch später nicht wieder
korrigiert.  Aufgewachsen  ist  Chanel  in   ärmlichen   Ver-
hältnissen. Alssie zwölf Jahre alt war, verstarb  die   Mutter.
Der  Vater, der das  Sorgerecht erhielt,  gab  sie   und  ihre
ältere  Schwester  in  die   Obhut   eines       Waisenhauses.

Mit   Erreichen  des  16. Lebensjahres  wurde  Chanel aus
dem Waisenhaus  entlassen.   Sie   begann   zunächst    als
Näherin  zu arbeiten   und   zog   später  nach  Paris, um in
diversen  Nachtclubs   als   Sängerin  und  Tänzerin aufzut-
reten. Hier erhielt sie den  Bühnennamen "Coco", der nach
einer Weile auch ihr Rufname wurde. Ab 1909 arbeitete sie
als Modistin in Paris. Ihr Wunsch  war  es,   sich   als   Hut-
macherin   selbstständig  machen  zu können.

Ein   wohlhabender   Verehrer   stellte   ihr  1910  die finan-
ziellen Mittel  zur Verfügung, und so konnte  sie  im  Atelier
eines  Wohnhauses  mit  der  Produktion  von  Hüten  nach
eigenem Design beginnen.  Der  Verkauf ihrer Arbeiten lief
bestens, so dass  sie  schon nach kurzer Zeit ihr erstes Hut-
geschäft  in  Paris eröffnen  konnte.  Als  sie im Auftrag der
Kunden  auch  Kleider  entwarf,   entstanden   völlig  neue,
schlichte        Kleider    in    großflächigen       Grundfarben.

Kleider     von  Coco   Chanel  wurden   zum edlen Luxus-
Produkt der  Pariser Szene und  schon  1914 eröffnete sie
unter ihrem Namen  erste  Boutiquen   in   Deauville    und
Biarritz.  Ab  1918 lancierte  sie  Pyjamas  für Frauen, der
bisher  nur  den  Männern  vorbehalten   war .  1919 eröff-
nete sie einen Modesalon in Paris.
Chanel zeigte   sich   nicht   nur  als  herausragende Mode-
schöpferin,  sondern  auch als  erstklassige  Geschäftsfrau.

Ihren   Durchbruch   vollzog   sie  allerdings  nicht mit ihrer
Mode,  sondern   1923  mit  dem  Parfum  "Chanel Nr. 5".
Dieser Duft war auch  der  erste,  der  unter  dem  Namen
des  Schöpfers   präsentiert  wurde.1926 entwarf  sie  das
erste "Kleine Schwarze".  Schlagzeilen  machte sie Anfang
der 1930er Jahre, als sie mit  den  Nationalsozialisten sym-
pathisierte.  Auch  einige  Freundschaften  zu hochrangigen
deutschen  Offizieren  aus  dieser  Zeit  wurden  ihr  vorge-
worfen.

Während des Krieges zog sich Chanel  ab 1939  aus dem
Geschäftleben und allen Aktivitäten zurück.Ihre Zeit nutzte
sie,  um   eine   neue Kollektion zu entwerfen. Als Vorbild
und Inspiration  dienten  ihr  die  Uniformen  des  Zweiten
Weltkrieges.
Vorlagen    aus   dieser   Zeit  beeinflussen  bis  heute den
typischen Chanel-Stil. Ihr Geliebter  und früher Geldgeber
Arthur Capel heiratete in England und verunglückte wenige
Monate später tödlich  bei einem  Autounfall  an  der Côte
d'Azur.
Chanel war außerdem mit Pablo Picasso,Sergej Diaghilew,
 Jean Cocteau und  Igor  Strawinsky  eng  befreundet.  Im
Privatleben Chanels scheiterten zahlreiche Beziehungen, so
auch   die Verbindung mit dem russischen  Fürsten  Dimitri
Pawlowitsch,  den  sie  Ende  des Krieges  kennen  gelernt
hatte,  und  die  Freundschaft mit dem Herzog  von  West-
minster,  Hugh  Richard. Erst 1954  kehrte Chanel wieder
ins Berufsleben zurück.

Ihre  zu  Kriegszeiten  entstandene  Kollektion wurden nun
produziert.Der Erfolg in den USA war überwältigend. Vor
allem hier traf  sie den  Zeitgeist. Damit   stellte  sich   auch  
der internationale Durchbruch des Hauses Chanel ein. Erst-
mals  in der  Geschichte  der  Mode  waren  Frauen in den
zweiteiligen Kostümen  von  Chanel  gleichberechtigt.  Ihre
Kostüme aus körnig weichen, melierten Tweeds mit  aufge-
esetzten Taschen beeinflussten   die  Mode  des   20.  Jahr-
hunderts    nachhaltig.

Die   Amerikaner   liebten   Chanel  so  sehr,  dass  sie  ihr
Leben 1969  in  einer Broadway-Show  nachspielten.  Die
Rolle der Coco Chanel wurde mit Katharine Hepburn  be-
setzt.Anschließend wurde der Stoff auch mehrfach verfilmt.

Die  bis  ins  hohe  Alter  aktive Coco Chanel starb am 10.
Januar 1971  während der Vorbereitungen für eine weitere
Kollektion im Alter von 87 Jahren in Paris.

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